Im Blog „Erfahrungen eines Vielreisenden“ auf Gourmet Report berichten wir normalerweise über besondere Reiseerlebnisse, nützliche Tipps und die Ärgernisse des Vielreisens – ohne finanzielles Interesse . Heute erzählt der Autor selbst von einer akribisch geplanten Kanada-Reise mit kleinem Kind, die in Toronto in einem „soliden 4-Sterne-Haus“ mündete, das sich als alles andere als solide erwies: dem Union Hotel an der Union Station.
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Union Hotel Toronto
Der Plan: Akkurat, vorausschauend, kinderfreundlich
Der Autor beginnt mit einem Bekenntnis: „Ich plane immer sehr akkurat.“ Frühzeitige Planung ermöglicht günstige Preise, und mit einem kleinen Kind im Gepäck ist eine durchgeplante Reise schlicht stressfreier. Das Glück spielte ihm in die Hände: Bei einer Fehltarifierung der Aer Lingus ergatterte er äußerst günstige Flüge in den nächsten drei Ferien – Toronto in den Herbstferien, New York City zu Weihnachten und Las Vegas/Los Angeles in den Osterferien.
Doch schon die erste Buchung geriet zum Fiasko: Über Check24 fand er das mit 9,4 bewertete Intercontinental Toronto für 300 Euro (ohne Frühstück, Standardzimmer). Der nächstbeste Preis lag bei 700 Euro. Er buchte sofort – nur um später festzustellen, dass das Zimmer nicht verfügbar war. Check24 versagte bei der Unterstützüng für das vollbezahlte Zimmer„total“, die Angelegenheit zog sich über vier Monate hin. Wegen der unsicheren Lage und der Mitte Oktober sehr hohen Hotelpreise in Toronto entschied er sich, fünf Tage nach Montreal auszuweichen und nur sieben statt 13 Tage in Toronto zu bleiben. Alles stornierbar – falls Check24 doch noch seinen Pflichten nachkommen sollte.
Die neue Reiseroute: Durchdacht und flexibel
Die überarbeitete Route liest sich wie das Programm eines erfahrenen Familienreisenden:
- 16.10. (Freitag): Zubringerflug Berlin – Dublin, Übernachtung im Clayton Hotel Airport Dublin (bestbewertet am Flughafen, 195 €/Nacht ohne Frühstück – „funktional, aber nichts, wo man freiwillig hinfährt“).
- 17.10. (Samstag): Direktflug Dublin – Toronto, Übernachtung in Toronto.
- 18.10.: Zugfahrt mit VIA Rail über Ottawa nach Montreal.
- 18.–23.10.: Hotel Le Mount Stephen, Montreal.
- 23.10.: Zugfahrt mit VIA Rail über Ottawa zurück nach Toronto.
- 23.–30.10.: Intercontinental Toronto (direkt gebucht).
- 30.10.: Rückflug Toronto – Dublin – Berlin.
- 31.10. (Sonntag): Ankunft in Berlin – und am Montag um 7.45 Uhr beginnt bereits wieder die Schule.
Für die erste Nacht in Toronto buchte er zunächst das Embassy Suites am Flughafen, entschied sich dann aber für das mit 8,9 bewertete Union Hotel am gleichnamigen Bahnhof – ein „solides 4-Sterne-Haus“ für stolze 260 Euro (nur Übernachtung) für ein 36 qm (Agoda) bzw. 37 qm (Booking.com) großes Dreibettzimmer. Der Autor betont: „Ich lege viel Wert auf geräumige Zimmer. Die Zeiten, in denen ich Besenkammern buchte, sind glücklicherweise vorbei!“
Aer Lingus: Ernüchterung auf dem Kurzstreckenflug, Versöhnung auf der Langstrecke
Der Flug von Berlin nach Dublin geriet zum ersten Dämpfer: „Noch nie hatten wir so ausgesessene Sitze und eine der ärmlichsten Lounges“ – die Flagship Lounge der Aer Lingus am Heimatflughafen – ohne warme Küche. Die Gattin schaute skeptisch und fragte, ob es so weitergehen würde. Doch der Autor konnte sich rehabilitieren: „Der Langstreckenflug in der Business Class war ganz prima in der Aer Lingus. Zwar brauchte keiner ein Bett, weil es ein Tagesflug war, aber dieser Flug versöhnte uns mit der Aer Lingus und man freut sich auf den Rückflug!“
Toronto: UP Express, Union Station – und ein Hotel, das die Erwartungen untergräbt
In Toronto angekommen, nahmen sie die UP Express vom Flughafen zur Union Station. Der Tipp des Autors: „Diese bucht man am besten vorab bequem online, dann erspart man sich das lange Warten am Automaten vor der Station.“ Die Preise: 12–65 Jahre 12,35 CAD, über 65 nur 6,20 CAD, bis 12 Jahre kostenlos.
Von der Union Station ist es tatsächlich nur über die Straße zum Hotel. Doch der erste Eindruck täuscht: „Von außen sieht es mehr wie ein Hostel aus. Auch die Lobby ist hostelmäßig.“ Das Zimmer war im Voraus bezahlt, dennoch wurden 95 Euro auf der Kreditkarte als Security Deposit geblockt – „nervig, weil man immer kontrollieren muss, ob das wieder zurückgebucht wird.“ Und es gab keine Minibar oder etwas anderes.
Dann der Ärger: „Im Zimmer angekommen, war ich entsetzt. Das Schlafzimmer sah aus wie ein Bettenlager im Bunker. Dunkel und nirgendwo ein Platz, um die Koffer zu öffnen. Dazu eiskalt (18 °C).“ Es war einfach keine freie Bodenfläche verfügbar.
Mit der iPhone-App „Maßband“ maß der Autor nach: 4,40 m × 2,89 m = 12,7 qm war das Schlafzimmer groß. Das Badezimmer, dessen Tür sich nur 55 cm breit öffnen lässt, hat etwas über 2 qm, der Dressing Room etwas über 1 qm. „Also maximal 17 qm statt der angegebenen 36 qm.“
An der Rezeption beschwerte er sich – und wurde zunächst angelogen: „Ja, man habe Agoda das schon gesagt, dass es berichtigt werden muss“, erklärte Duty Manager Rubino Cyriaque. Nachdem der Autor klarstellte, dass das Hotel die Angaben bei Agoda und Booking.com selbst einstellt, bot man ihm gratis Frühstück an – abgelehnt. Er verlangte die Hälfte seiner Zahlung zurück: „Ich habe 37 qm gebucht und 17 bekommen.“ Daraufhin meinte der Manager, er solle stornieren, man verzichte „generöserweise“ auf Stornogebühren. Alle Zimmer im Hotel seien so, es gäbe nichts anderes. Der Autor lehnte ab – „wo sollen wir mit kleinem Kind um 20 Uhr hin?“ – und übernachtete notgedrungen dort. Sein Fazit: „Das Hotel ist der Prototyp eines schlecht geführten Hauses. Wie es zu den guten Bewertungen kommt, ist mir rätselhaft.“

Die Details, die die Not komplett machen
Was folgt, ist eine Litanei der Enttäuschungen:
- Klammes Bettzeug: „Als erstes stellte ich fest, dass es unter der Bettdecke klamm ist.“
- Kein echtes Queen-Size-Bett: Das Bett ist nur 190 cm lang und 140 cm breit – „also gar kein Queensize“. Laut ISPA (International Sleep Product Association) misst Queen Size 152 × 203 cm bzw. 150 × 200 cm. „So waren meine Füße außerhalb des Bettes.“
- Licht und quietschende Tür: Jedes Mal, wenn er aufstand, ging das Licht der Ankleidekammer an und weckte manchmal den Rest der Familie. Die Badezimmertür quietschte fürchterlich und schlug fast immer an die Wand, weil sie sich nur einen Spalt von 55 cm öffnen ließ. „Ich frage mich, wie die vielen Dicken auf diesem Kontinent da durchkommen.“
Auch war weder zum Flur noch zur Strasse ausreichend Geräusch-gedämmt. - Geschirr und Kaffee-Set: Nur 2 Gläser und 2 Tassen in einem Zimmer für 4 Personen – „geschenkt“. Das Tee-/Kaffeeset stand auf der Fensterbank, wo kein Strom war.
- Das „Kuscheltier“: Richtig bösartig fand der Autor das Kuscheltier, das sein Sohn mitnehmen wollte, weil er meinte, es sei ein Geschenk des Hauses. „Man hätte 60 USD vom Deposit einbehalten, hätte er es mitgenommen! Es gab Tränen und Kampf.“

Fazit und Ausblick
Der Autor kündigt an: „Jetzt werde ich mal Agoda anschreiben und die Hälfte meiner Zahlung zurückfordern. Ich werde berichten.“ Für den Blog „Erfahrungen eines Vielreisenden“ bleibt festzuhalten: Das Union Hotel Toronto ist ein Lehrstück darüber, wie weit die Selbstdarstellung eines Hauses und die Realität auseinanderliegen können.
Korrektur: Angeboten wurden 2 Double beds. Diese sind in den USA 137×191 cm. Da ist die Kritik fehl am Platz. Double bed ist nicht identisch mit deutschen Doppelbett (160 -180cm Breite)
Hinweis: KI hat den Artikel gefälliger gemacht. Ist das besser oder schlechter?
Jetzt kam recht flott (24 Stunden) die Antwort von Agoda auf meine Beschwerde:
Vielen Dank für Ihre Geduld. Wir haben mit dem Hotel gesprochen. Das Hotel hat bestätigt, dass das von Ihnen gebuchte Zimmer „2 Double Beds“ dem Zimmer entspricht, das Ihnen zur Verfügung gestellt wurde. Daher können wir auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen leider keine teilweise Rückerstattung anbieten. Sollten Sie jedoch Nachweise haben, die zeigen, dass das bereitgestellte Zimmer von der gebuchten Zimmerkategorie abgewichen ist (z. B. Fotos oder andere Belege), lassen Sie uns diese bitte zukommen. Wir werden den Fall dann gerne erneut prüfen und sehen, ob wir Ihnen von unserer Seite weiterhelfen können. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.
Jetzt muss also der zahlende, betrogene Gast nachweisen, dass er betrogen wurde. Das Hotel kann weiter behaupten, die Zimmer hätten 36 qm, ohne Nachweise zu bringen!
Ich habe jetzt die Screenshots von Massband geschickt. Ich bin gespannt, was Agoda nun schreibt.