{"id":200,"date":"2014-02-20T15:26:43","date_gmt":"2014-02-20T13:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/gourmet-report.de\/blog\/?p=200"},"modified":"2015-04-17T16:47:24","modified_gmt":"2015-04-17T14:47:24","slug":"was-tun-bei-flugausfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gourmet-report.de\/blog\/was-tun-bei-flugausfall\/","title":{"rendered":"Was tun bei Flugausfall?"},"content":{"rendered":"<p>Der GAU. Sie sind auf dem Flughafen und Ihr Flug wird gestrichen.<br \/>\nSo ist es meiner Familie und mir mit einem Flug der Qatar Airways passiert. Zur Abflugzeit, 16.30 Uhr, wurde die Annullierung bekanntgegeben. Jetzt hei\u00dft es, planvoll vorzugehen.<\/p>\n<p>Vorab: Je niedriger Sie fliegen, umso besser sollten Sie gekleidet sein! Wenn Sie First Class fliegen, k\u00f6nnen Sie auch wie ein Penner gekleidet sein, man wird trotzdem versuchen, Ihre W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen. Als Economy Passagier sollten Sie am besten Business Class-m\u00e4ssig angezogen sein!<\/p>\n<p>Bereits wenn sich Probleme abzeichnen und Sie haben einen Anschlussflug, sollten Sie sich im Internet sachkundig machen, ob Sie Ihren Anschluss noch bekommen und wann der n\u00e4chste geht.<!--more--><br \/>\nUnser Flug sollte um 2 Uhr gehen, den h\u00e4tten wir nicht mehr erreicht, der n\u00e4chste Flug war f\u00fcr 9 Uhr. Wenn ich also nicht die Nacht auf dem Flughafen verbringen will, kann ich den jetzt versp\u00e4teten Flug nicht nehmen.<\/p>\n<p>Wenn jetzt angesagt wird, dass der Flug ausf\u00e4llt, so sollte der beste Verhandler zum Schalter eilen, w\u00e4hrend die Familie die Koffer holt, was ja dauert. Wenn man alleine ist, sollte man die Koffer sp\u00e4ter holen.<\/p>\n<p>Ich war der Dritte am Schalter. Es wurden jedoch Reisenden zu den Malediven zuerst aufgerufen, danach nach Bangkok. Das waren 40 Personen und dauerte \u00fcber eine Stunde. Weil die Qatar Airways nur zwei Mitarbeiter hatte, die die 300 Passagiere bearbeiteten. Mittlerweile verstopften die \u00fcbrig Gebliebenen mit ihrem Gep\u00e4ck den gesamten Flughafen Tegel.<\/p>\n<p>Die Stimmung bei den Wartenden wurde auch immer schlechter. Einige Leute wurden echt aggressiv. Die Schlange war ca. 70m lang, aber einige Leute dr\u00fcckten brutal von hinten, um nach vorne zu kommen. Es wurde jetzt nach 75 Minuten sehr schwierig, die Pole Position zu halten. Man muss leider Ellbogen zeigen. Warum der Schlange nicht Wartenummern gegeben werden?<br \/>\nWarum werden nicht Alte, Kinder und Schwangere bevorzugt. In der Pole waren nur Leute zwischen 25 und 55 Jahren ohne Kinder.<\/p>\n<p>Der eine Mitarbeiter fing nun an, die Business Class Passagiere zu bedienen, w\u00e4hrend die Dame den Rest machte. Es kamen jetzt noch zwei weitere Mitarbeiter, die konnten aber auch nicht viel machen, weil es nur zwei Computer gab.<br \/>\nVor mir, die beiden rotgef\u00e4rbten Damen, wollten nach Bali. Die konnten sogar nach 30 min\u00fctiger Bearbeitung noch via London weg.<\/p>\n<p>Da ich wusste, das wir heute nicht mehr fliegen wollen, lies ich die sehr h\u00f6flichen, jungen Leute hinter mir vor. Die mussten nach Livingstone, Sambia zur Fotosafari. Die hatten lange darauf gespart. Oh, das war kompliziert, denn die mussten zuerst nach Kapstadt, S\u00fcdafrika, da offenbar nur von dort Livingston angeflogen wird. Die Qatar Mitarbeiterin vermittelte nicht den Eindruck, dass sie besonders fit im Buchen war. Erst findet sie merkw\u00fcrdige Strecken, um danach festzustellen, dass auch diese voll waren. Es dauerte auch wieder mehr als eine halbe Stunde. Und hinter mir verschaffte mir eine Dame aus Muskat unverhofft neue sexuelle Erfahrungen, in dem sie ihren K\u00f6rper an mich presste, ja fast schmiegte und sich rhythmisch bewegte. War das ein Trick, um sich dann bei Gelegenheit vorzudr\u00e4ngeln? Klappte nicht. Bin ja gl\u00fccklich verheiratet.<\/p>\n<p>Irgendwann fand sich auch ein Flug nach Livingston, jedoch erst am Folgetag. Wir h\u00e4tten die also gar nicht vorlassen m\u00fcssen.<br \/>\nJetzt waren wir dran. Die Dame hat uns einen Nachtflug angeboten, mit Air Berlin nach Abu Dhabi. Ich fragte, ob ich ein Upgrade auf Business kaufen k\u00f6nnte, da wir nachts gerne liegen und nicht in den engen AB Sitzen gefangen sein wollten. Nach so einen Flug mit kaum Schlaf ist man f\u00fcr zwei Tage ger\u00e4dert und knatschig. Konnte sie nicht machen. Sie hat uns nun einen Flug am Folgetag via MUC mit Air Berlin und weiter mit Qatar Airways angeboten. Das haben wir angenommen.<\/p>\n<p>Jetzt ging es weiter. Als Hotel hat man uns das Intercity am Rohrdamm angeboten. Intercity hat ja nur Convenience Food und kulinarisch ist in Siemensstadt auch eher tote Hose. Ich lehnte ab und habe Stornierung angeboten. Dann hatte uns der Stationsleiter das Steigenberger angeboten, jedoch waren die voll. Er fand dann zwei Zimmer f\u00fcr uns am Potsdamer Platz im Scandic Hotel.<\/p>\n<p>Bis wir jedoch alles hatten, wie Taxivoucher und Flugbest\u00e4tigung, war es 20 Uhr. Als wir gingen, hatten die jungen Leute vor uns immer noch nicht alle Unterlagen.<br \/>\nIch f\u00fchlte mich auch schlecht, ich sah Alte, Schwangere und Babies weiter warten. Die Schlange war immer noch genauso lang.<br \/>\nWir fuhren dann mit einem typischen Berliner Taxifahrer ins Scandic. Erste Frage: wo issn das? Als das gekl\u00e4rt war, zeigte uns der liebensw\u00fcrdige Fahrer das neue Stammhaus von BMW am Kaiserdamm. Als wir am formidablen Hotel Palace vorbei kamen, wo wir f\u00fcr gew\u00f6hnlich in Berlin wohnen, fragte ich den Chauffeur, wie das denn sein kann: gestern zahlte ich f\u00fcr die gleiche Strecke von Tegel ins Palace mit einem Koffer mehr 17 Euro, jetzt stehen bereits 23 Euro auf der Uhr?<\/p>\n<p>Im Scandic gab es nicht mehr Zimmer mit Verbindungst\u00fcren, man gab uns dann eine Juniorsuite. Die ziemlich forsche Rezeptionistin wollte dann noch extra Geld von uns, der Kollege meinte jedoch nach Verhandeln, zwei Standards w\u00e4ren doch teurer als die Suite. Jedoch zur\u00fcckgeben wollten sie auch nichts.<br \/>\nWir haben dann schnell das Gep\u00e4ck aufs Zimmer gebracht und sind ins Restaurant. Wir durften pro Kopf 25 Euro f\u00fcrs Abendessen ausgeben. Das war genau nur der Hauptgang. Jedoch hatten wir das Gl\u00fcck, dass das sehr gute Kinder Men\u00fc &#8211; nach einem Konzept von <strong>Jamie Oliver &#8211;<\/strong> nur 6,50 kostete. Gro\u00dfer, sehr guter Salat. Kleine, nicht besonders gute Pizza, Glas Milch. Das war prima. Der verfressene Junior war jedoch schon totm\u00fcde, so dass er nicht viel a\u00df.<\/p>\n<p>Wir konnten so ein Glas Wein zur Berliner Kalbsleber (Medium bestellt, well well done geliefert) und zum Berliner Nationalgericht Wiener Schnitzel trinken. Ohne Junior h\u00e4tten wir schon so draufzahlen m\u00fcssen. 25 Euro pro Kopf sind hier sehr wenig. Allerdings muss man das Restaurant auch nicht besuchen. Es ist kulinarisch uninteressant. Besser dann zum Hyatt oder RitzCarlton vorlaufen.<br \/>\nUm 22 Uhr waren wir fertig, satt aber nicht wirklich zufrieden. Vielleicht h\u00e4tte uns ein Dessert gl\u00fccklicher gemacht, aber da war ich einfach zu geizig und misstrauisch.<\/p>\n<p>Um 23 Uhr schlief Junior auf einem Notbett vor unserem Bett. Suite stelle ich mir auch anders vor &#8230;<\/p>\n<p>Um 6.30 Uhr klingelte der Wecker. Wir alle waren ger\u00e4dert. Das Scandic scheint f\u00fcr die Parkettpflege ein starkes Holzschutzmittel zu nehmen. Junior und ich hatten blockierte Nasen, w\u00e4hrend Madame einen Brummsch\u00e4del hatte, als ob sie eine Flasche Wein alle getrunken hat.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck im Scandic war 200 % Selbstbedienung, was ich okay finde. H\u00e4tten sie eine Eierstation, h\u00e4tte das Fr\u00fchst\u00fcck die Note sehr gut bekommen, so bekommen sie von mir die Note gut.<\/p>\n<p>Dann ging es mit einem normalem Taxifahrer, einem Ukrainer, f\u00fcr 23 Euro nach Tegel. Es geht also auch ohne Betrug!<\/p>\n<p>Wir waren um 7.45 Uhr am Schalter der Air Berlin. Das war gut so. Hier fing die Diskussion an. Man wollte das Gep\u00e4ck nicht bis zum Zielort durchchecken. Wir hatten jedoch in MUC nur 90 Minuten Zeit. Das reicht prima f\u00fcrs Umsteigen, aber nicht zum Gep\u00e4ck abhobeln und komplett neu einchecken. Ich sagte, dann fliege wir nicht.<br \/>\nAir Berlin war zwar sehr freundlich, lehnte jedoch aus Haftungsgr\u00fcnden ab, Qatar Airways hatte irgendetwas vergessen, einzugeben.<br \/>\nDie Supervisorin des Handling agents nahm dann die Sache auf sich und \u00fcberschritt ihre Kompetenzen und checkte das Gep\u00e4ck durch! Danke nochmals.<br \/>\nWir kamen einen Tag sp\u00e4ter am Ziel an. Nat\u00fcrlich fragten wir die Qatar nach Entsch\u00e4digung an. Keine Reaktion auf unsere email. Dann beauftragte ich einen auf Fluggastrechte spezialisierten Rechtsanwalt, der holte uns in 10 Tagen f\u00fcr jeden 600 Euro! Nach Abzug seiner Kosten blieben uns dreien 1500 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der GAU. Sie sind auf dem Flughafen und Ihr Flug wird gestrichen. So ist es meiner Familie und mir mit einem Flug der Qatar Airways passiert. Zur Abflugzeit, 16.30 Uhr, wurde die Annullierung bekanntgegeben. Jetzt hei\u00dft es, planvoll vorzugehen. 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