{"id":160,"date":"2014-03-21T01:59:45","date_gmt":"2014-03-20T23:59:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gourmet-report.de\/blog\/?p=160"},"modified":"2015-04-17T16:44:32","modified_gmt":"2015-04-17T14:44:32","slug":"wir-waren-gutbuergerlich-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gourmet-report.de\/blog\/wir-waren-gutbuergerlich-essen\/","title":{"rendered":"Wir waren gutb\u00fcrgerlich essen"},"content":{"rendered":"<p>Wir gehen sehr gerne auch mal gutb\u00fcrgerlich essen.<br \/>\nEine Yoga Freundin empfahl uns das Restaurant Melanie. Es geh\u00f6rt Melanie, einer erfahrenen Gastronomin, die vorher ein Hotel in Fehmarn besa\u00df oder leitete. Habe ich vergessen.<br \/>\nDie Karte machte leider keinen besonders guten Eindruck. Wie aus den 70ern. Schnitzel Wiener Art oder paniertes Seelachsfilet.<br \/>\nNormalerweise w\u00e4ren wir jetzt wieder gegangen. Wir hatten aber Hunger und die besseren Restaurants machten erst eine Stunde sp\u00e4ter auf. Also blieben wir. Obwohl wir neben zwei G\u00e4sten, die gerade gingen, die einzigen waren.<br \/>\nSie wissen es auch schon jetzt. Es war ein Fehler.<!--more--><br \/>\nDie Bedienung jedoch war sehr freundlich.<br \/>\nWir bestellten dann Hirsch, der war ausverkauft. Meine Frau entschied sich f\u00fcr die Entenbrust (16,90 Euro), ich f\u00fcr das Filetsteak (16,90) &#8211; f\u00fcr Junior bestellten wir nur Bratkartoffeln mit gebratenen Gem\u00fcsen, die dann sp\u00e4ter mit 6,90 auf der Rechnung erschien.<br \/>\nAusserdem nahmen wir je ein Glas HausWein (1,85 Euro f\u00fcr 0,1) und ein Wasser, das laut Karte 0,5l sein sollte, aber nur 0,33l enthielt.<br \/>\nMit gro\u00dfer Begeisterung kam die Bedienung und brachte uns 4 Scheibchen kaltes Industrie-Baguette mit Aioli: &#8222;Ein Gru\u00df aus der K\u00fcche!&#8220; Wir teilten gerecht und hatten jeder 1,33 Scheibchen Baguette. Der Hunger!<br \/>\n25 Minuten warteten wir auf unser Essen &#8211; als einzige im Restaurant. So wussten wir, es wird wohl frisch gemacht. Unsere Laune hob sich.<br \/>\nDie Portionen waren gro\u00df, Juniors riesig.<br \/>\nDie Bratkartoffeln waren kalt, so das wir diese zur\u00fccksenden mussten.<br \/>\nDie Bedienung fragte uns, als sie uns die aufgew\u00e4rmten Kartoffeln brachte, ob alles okay sei.<br \/>\nIch sagte, nein, leider gar nicht. Es ist handwerklich eine Katastrophe.<br \/>\nSie sagte, Moment, und ging in die K\u00fcche. Wir h\u00f6rten vom Koch ein lautes &#8222;Scheisse&#8220; und dann kam er in seiner dunklen Uniform samt Lehrling angerauscht. &#8222;Was schmeckt Ihnen nicht?&#8220; fragte er drohend.<br \/>\n&#8222;Alles. Aber das m\u00fcssten Sie als Koch doch am besten beurteilen k\u00f6nnen,&#8220; meinte ich.<br \/>\n&#8222;Es sind alles hervorragende Produkte, perfekt zubereitet&#8220;, meinte er jetzt drohend.<\/p>\n<p>Die Entenbrust war ohne Kruste, h\u00e4tte noch etwas rosaner sein k\u00f6nnen. Man musste arg an ihr kauen.<br \/>\nDie Bratkartoffeln waren mittlerweile eher von der Konsistenz ein P\u00fcree, aber sehr hei\u00df. Geschmacklich waren sie mies. Irgendwie in Br\u00f6sel.<br \/>\nDas an sich sehr sch\u00f6ne &#8222;gebratene Gem\u00fcse&#8220;, auch mit einem Br\u00f6sel \u00fcbersch\u00fcttet, war komplett zerkocht.<br \/>\nDas Filetsteak war nicht medium, sondern durch-durch, es schwamm in einer geronnenen Pfeffersauce. Dazu war es nicht richtig ges\u00e4ubert, so das Silberhaut oder sich etwas kaum durchbeissbares im Fleisch befand.<br \/>\nEinzig der Rotkohl war geniessbar.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der Grundprodukte kann wirklich gut sein und offenbar wurde auch alles hausgemacht. Aber wie!<br \/>\nWir waren ziemlich ersch\u00fcttert, dass ein Koch so frech hinter seiner durch und durch mangelhaften Leistung stand. Junior hatte sogar Angst, dass es Schl\u00e4ge gibt, meinte er sp\u00e4ter. Obwohl wir kaum was a\u00dfen, wurde voll kassiert, auch kein Dessert zur Vers\u00f6hnung offeriert.<\/p>\n<p>Die Inhaberin war selber nicht da. Ob er sich das getraut h\u00e4tte, wenn sie da gewesen w\u00e4re? Wenn es mein Laden gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte sich der Koch danach die Papiere abholen k\u00f6nnen. Nicht, weil er schlecht gekocht hat. Weil er auch noch die G\u00e4ste angegangen ist und sein Essen toll fand.<\/p>\n<p>Als wir um 20 Uhr gegangen sind, war das Restaurant komplett leer. Wir k\u00f6nnen es verstehen!<\/p>\n<p>Die Fotos zum Artikel will jetzt diese Seite nicht hochladen, HTTP Fehler. Deswegen sind sie auf Facebook: <a title=\"Fotos, Restaurant Melanie \" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/media\/set\/?set=a.10152103239763124.1073741881.168996673123&amp;type=3\" target=\"_blank\">https:\/\/www.facebook.com\/media\/set\/?set=a.10152103239763124.1073741881.168996673123&amp;type=3<\/a><\/p>\n<p>Update: Nach drei Monaten war das Restaurant wieder zu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir gehen sehr gerne auch mal gutb\u00fcrgerlich essen. Eine Yoga Freundin empfahl uns das Restaurant Melanie. Es geh\u00f6rt Melanie, einer erfahrenen Gastronomin, die vorher ein Hotel in Fehmarn besa\u00df oder leitete. Habe ich vergessen. 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